4.0112 Ausdrucksseite: Bitte brauchbare Begriffe!

Aus Alternativ-Grammatik
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Aus dem Inhalt

Wer für eine eigene Ebene "Ausdrucks-SYNTAX" eintritt, bei der "Bedeutungswissen" noch ausgeklammert bleibt, braucht für diese Ebene (und weiterhin brauchbar in der Schule) überzeugende Begriffe. Es waren in H. Schweizer, "Krach oder Grammatik?", 2008, 30ff schon die 8 Wortarten kritisch beleuchtet worden, die es im Deutschen gebe. Die meisten davon können wir auf der Ausdrucksebene nicht gebrauchen, da sie Bedeutungswissen benötigen (z.B. "Substantiv"). Was aber dann? - Vereinzelt gibt es auch bisher schon Begriffe, die anscheinend nur die äussere Seite der Sprache ansprechen. Die könnten folglich übernommen werden.

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Praxis - Bitte Ihren Eintrag!

0. Theorie / Didaktik

0.1 Unlogik abbauen

H. Schweizer, "Krach oder Grammatik?" zeigt bei vielen, semantik-getränkten, traditionellen Grammatikbegriffen, dass sie die Hirne von SchülerInnen verdrehen. Diese müssen - a) - etwas lernen = pauken, was sie zurecht als unpassend und widersprüchlich empfinden. Dadurch wird - b) - das Gesamtfeld "Grammatik" langsam aber sicher in ein schlechtes Licht gerückt - als dürfe man dort nicht allzuviel und allzugenau nachdenken und nachfragen.

Der gleiche Mechanismus wirkt auf Ausdrucksebene:

What did you talk about?
Get your shoes in(side)!
Where was I standing next to?

Prä-position im Englischen! - Ein weites Feld. Wenn SchülerInnen lernen sollen, das nachgestellte about sei eine Prä-position, dann wird ihnen Unsinn abverlangt.

[Feld für weitere Beispiele!]

"Präposition" als Begriff für sich genommen scheint tauglich zu sein für die Ausdrucksebene. Semantik schwingt nicht mit. Nur die äussere Anordnung eines Wortes im Verbund mit anderen interessiert. - Aber dann sollte der Begriff nur dann zum Einsatz kommen, wenn er beobachtbar, also kontrollierbar, zutrifft. Konkret: about ist keine Präposition'. Klauseln wie: Im Falle einer Frage, wird die Präposition zur Postposition usw. sind untauglich. Benötigt wird ein Oberbegriff für die Ausdrucksseite, der beide Anwendungsformen einfängt. Zumindest sollte auch noch einfließen - neben der Frage der 'Position' -, dass about zu den Wortformen gehört, die unveränderlich bleiben.

Die Rechtschreibregel 47 des DUDEN [1] sieht in "ich falle auf" auch ungerührt eine Prä-position.

0.2 Beobachtungsübungen

Was in diesem Punkt verlangt wird, müsste von Universitätsebene her geliefert werden: eine Klassifizierung von Wortformen und Wortkombinationen und ihre Belegung mit brauchbaren Begriffen - ohne semantische Einträge. Und dies für jede Einzelsprache. Denn auf der Ebene der Wortformen und ihrer Kombination unterscheiden sich die Einzelsprachen, nicht jedoch auf der Ebene der Bedeutungen.

In der Schule könnte jedoch - im Sinn von Schnitten durch den riesigen Berg des Wortschatzes - an Einzelwörtern zusammengetragen werden:

a. Welchen Veränderungen unterliegen sie?
b. In welchen Kombinationen mit anderen sind sie belegt?
c. Lassen sich auf der Basis dieses sehr begrenzten Materials bereits erste Vorschläge
   für Klassenbildung machen?

NB. nebenher wäre das eine Einübung in das Arbeiten mit einer Konkordanz - gedruckt oder elektronisch. - Aber Wörterbücher liefern auch schon Beispiele für unterschiedliche Verwendungs- = Konstruktionsweisen. - Die Bedeutungsnuancen immer unbeachtet lassen!