4.0132 Wiederholungen

Aus Alternativ-Grammatik
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Aus dem Inhalt

"Tack, tack, tack, da kommen sie" - nämlich die Hühner in "Max und Moritz". Dreimal das gleiche Wort aus Gründen der Lautmalerei, aus Gründen der Lautmalerei, aus Gründen der Lautmalerei. - Die letzten Wiederholungen waren weniger originell, aber nicht ohne Effekt: Wer sie gelesen hat, wird ab jetzt immer das Stichwort "Wiederholung" u.a. mit "Lautmalerei" verbinden.

Dabei geht es uns hier gar nicht um "Lautmalerei". Sondern darum, dass mit "Wiederholungen" alle möglichen weiteren Effekte erzielt werden können. Emphase, Gliederung, Kohärenz, Rhythmisierung - und gelegentlich auch Langeweile. - Wie auch immer: man muss genau hinschauen um zu erkennen, was aktuell zu gelten hat.

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0. Nachträge zur Theorie

0.1 type - token

Es ist - etwa in der Oberstufe - keine Überforderung, wenn dieses Begriffspaar, das sich in der Linguistik seit langem bewährt, gelernt wird, so dass man damit auch arbeiten kann:

  1. token meint jedes einzelne Wort eines Textes. Es ist somit definiert durch seine spezielle Position in der kompletten Wortkette jenes Einzeltextes (z.B. das Wort an 511. Position, oder an 1217. Position). Ein Text besteht somit aus hintereinander geschriebenen n Wortformen.
  2. type meint eine Wortform unabhängig von einer speziellen Position im Text, die aber möglicherweise noch oft wiederholt wird. Also jede Wortform - ob 1x im Text belegt oder 1111x - wird nur als ein 'type' betrachtet.
In diesem Unterpunkt steht das token /Linguistik/
an 16. Position (wenn man die Überschrift nicht mit-
zählt - und wenn man sich darauf
verständigt, dass nur Gebilde interessieren, die auf
der Basis von Buchstaben zusammengestellt sind,
also keine Satzzeichen) types sind alle Wortformen,
wobei aber die Häufigkeit eine Rolle spielt:
        /Linguistik/ - wie gesehen - 1x
        /wird/       - 3x
        /meint/      - 2x
        /es/         - 2x
usw.          


0.2 Textinterne Wortstatistik

Ziff. 0.1 öffnet die Bahn, ein wortstatistisches Programm zu schreiben und das Ergebnis grafisch anzuzeigen - gewiefteren OberstufenschülerInnen ist das zuzutrauen: Entlang der Wortkette eines Einzeltextes wird bei jedem Wort registriert, ob es im bisherigen Text schon vorgekommen war, oder nicht.

- im Fall von Wiederholungen können diese in der
  Grafik senkrecht verbunden werden.
- im Fall von neuem type bekommt dieses in einer
  Tabelle eine neue Spalte. Möglicherweise beziehen
  sich darauf spätere tokens.
- Bleibt jenes type isoliert, wird also nicht
  wiederholt, kann man ihm die zugedachte Spalte
  wieder entziehen und es z.B. nur am rechten
  Rand mit Stern repräsentieren.
Man bekommt so eine differenzierte Sicht zur Wort-
statistik jenes Textes: wie sind die Wortformen =
tokens verteilt? - Oft springt dann schon in die
Augen - noch bevor man irgendwelche  Erwägungen zur
Bedeutung anstellt, an welcher Textstelle ein
neuer Abschnitt beginnt. Aber es lässt sich auch er-
kennen, welche Wortformen sich durch den ganzen Text
ziehen, welche dagegen eng begrenzt wiederholt werden.
Clusterbildungen zeichnen sich ab. Wo ballen sich
besonders viele Einmalwörter (*)? Wo - im Gegenteil 
- werden nur bereits eingeführte Wortformen wieder-
verwendet, also ohne neue Elemente einzuführen?

Sobald derartige Ergebnisse für die Ausdrucksseite vorliegen und schon ausgewertet sind, kann man die Bedeutungen hinzunehmen und nachschauen, welche inhaltlichen Aspekte durch die Strukturen der Ausdrucksseite wie geschildert hervorgehoben werden. Das ist dann bereits eine anspruchsvolle, aber machbare Textanalyse der Ausdrucksseite (die zudem - unter Garantie - Neuheitscharakter im Rahmen bisherigen Literaturunterrichts hat; aber sie entspricht sehr gut einigen Grundaxiomen heutiger Sprachwissenschaft).

0.3 Kontrastprinzip

Vgl. [1]

0.4 Gedankenlos

... ganz im Wortsinn. Denn durch pure Wiederholung wird man nicht klüger. Aus Hohlspiegel (37/2014):

Aus der Thüringer Allgemeinen:
"Der Mediziner und Theologe Dr. Manfred Lütz ist
Mediziner und Theologe".

0.5 Training für "Publikumsbeschimpfung"

P. Handke stellt seinem Stück "Regeln für Schauspieler" (4 sind vorgesehen) voran. Sie sollen sich wie folgt auf den Text einstellen:

"Die Litaneien der katholischen Kirchen anhören.
Die Anfeuerungsrufe und die Schimpfchöre auf den
Fußballplätzen anhören.
Die Sprechchöre bei Aufläufen anhören.
Die laufenden Räder eines auf den Sattel gestellten
Fahrrads bis zum Ruhepunkt der Speichen anhören und
die Speichen bis zu ihrem Punkt der Ruhe ansehen.
Das allmähliche Lautwerden einer Betonmischmaschine
nach dem Anschalten des Motors anhören.
Das Inswortfallen bei Debatten anhören.
'Tell me' von den Rolling Stones anhören.
Die zugleich geschehenden Einfahrten und Ausfahren
von Zügen anhören.
Die Hitparade von Radio Luxemburg anhören.
(...)"

Vgl. edition suhrkamp 177. S.9. - Einerseits wird auf allgemein bekannte Typen von Sprechakten verwiesen, die von 'Wiederholung' leben; zugleich praktiziert der Text selber das Wiederholen: in jeder Zeile "anhören".

0.6 Statistik über viele Texte hinweg - Wirtschaftsindex

Interview mit dem Ökonomen N. Bloom zur Weltwirtschaft anlässlich des Amtsantritts von D. Trump in Washington. Aus SPIEGEL 4/2017 78f

Bloom: Weltweit hat sich die politisch bedingte
Unsicherheit seit der Wahl Trumps in unseren Messungen
mehr als verdoppelt. Um vergleichbare Werte zu finden,
muss man weit zurückblicken, etwa in die späten Zwanzi-
ger Jahre, die Zeit der großen Depression. ...
SPIEGEL: Ihr sogenannter Economic Policy Uncertainty
Index ist der erste Versuch politische Unsicherheit zu
quantifizieren und Folgen für die Wirtschaft zu messen.
Mit welchen Daten arbeiten Sie?
Bloom: Ob Sie es glauben oder nicht, wir greifen ganz
klassisch zur Zeitung und untersuchen, wie oft bestimmte
Schlüsselbegriffe in den Artikeln verwendet werden. Dabei
helfen uns Computer und Studenten an der Universität Chi-
cago. In Deutschland werten wir das 'Handelsblatt' und
die 'Frankfurter Allgemeine' ... 
SPIEGEL: In deren Berichten suchen Sie nach Schlüs-
selbegriffen wie 'Unsicherheit' oder speziell in deutschen 
Zeitungen 'Haushaltsdefizit', 'Regulierung' oder 'Bundes-  
bank'.
Bloom: Die Idee dahinter ist ... folgende: Unser Index 
steigt, wenn sich Artikel mit diesen Schlüsselbegriffen 
häufen. Diese Daten gleichen wir mit der Entwicklung von 
Aktienkursen, Wachstumsprognosen und der Entwicklung der 
Arbeitslosigkeit ab.


1. Beispiele aus literarischen Werken

1.1 Lew Tolstoj, Anna Karenina

(hg. von Gisela Drohla. Insel 2010. S. 126)

Anna lächelte, und er lächelte auch. Sie war nach-
denklich, und er wurde ernst. Eine geheimnisvolle
Kraft zog Kittys Augen immer wieder zu Annas Gesicht.
Sie war entzückend in ihrem einfachen schwarzen Kleid, 
entzückend waren ihre vollen Arme mit den Armbändern,
entzückend der feste Hals mit der Perlenkette, ent-
zückend die Löckchen der in Unordnung geratenen Frisur,
entzückend die leichten, anmutigen Bewegungen der
kleinen Füße und Hände, entzückend dieses schöne Ge-
sicht in seiner Lebendigkeit; aber es war etwas
Schreckliches und Grausames in all diesem Liebreiz.


1.2 G. Grass "Hundejahre"

Grass setzt "Wiederholungen" vielfältig ein. Daher hier nur zwei kleine Beispiele aus dem Abschnitt "Dritte Frühschicht":

"Die Katze ist naß naß naß. ...
Senta will nicht zu den Wölfen zurück, sondern
bravbravbrav ..."

Etwas später:

"Denn langsam floß die Weichsel, langsam verjüngten
sich die Deiche, langsam wechselten die Jahreszeiten,
langsam zogen Wolken, langsam mühte sich die Fähre,
langsam ging man auf plattem Land von der Petroleum-
lampe zum elektrischen Licht über, nur zögernd wollte
man in den Dörfern rechts und links der Weichsel be-
greifen: wer zu Klein-Amsel will, muß zuerst mit
Walter Matern ein Wörtchen sprechen. Das Geheimnis der
Freundschaft begann langsam Wunder zu wirken."

1.3 Neues Testament: Joh 14 / ÜBUNG

Angenehm: bei diesem Untersuchungsschritt muss man inhaltlich nicht verstehen, um was es geht (dennoch ist es niemandem verwehrt, in einer verstehbaren Übersetzung nachzuschlagen ...). zunächst wird nachfolgend eine Grafik geboten.

  • Der Text ist in Äusserungseinheiten aufgeteilt (was nicht zwingend sein muss; man könnte auch alle 5 Wörter einen Einschnitt machen).
  • in der waagrechten obersten + letzten Zeile werden mit Ziffern die einzelnen Spalten benannt. Wofür die jeweilige Ziffer steht (für welche Wortform), wird auf dem zweiten Blatt erläutert.
  • pro Spalte werden also mit Stern alle Vorkommen jener Wortform angezeigt - und ein Verbindungsstrich dazwischen gezogen. Zunächst sind nur wiederholte Wortformen berücksichtigt.
  • Ganz rechts sind Wortformen angedeutet, die im Text nur einmal vorkommen.

ÜBUNG: Allein auf der Basis des statistischen Befundes und ohne Inhaltswissen kann man üben, die Wortverteilung in diesem Text zu beschreiben:

  1. Welche Wortformen weisen die größte Erstreckung und zugleich die größte Häufigkeit auf?
  2. Welche sind zwar sehr häufig, aber auf kleinem Raum? Bilden sie so einen besonders auffallenden Akzent?
  3. Bilden mehrere Spalten immer wieder Gliederungen des Gesamttextes, Einschnitte, Rahmungen (weil sie je im Verbund vorkommen)?
  4. Wo treten Einmalwörter besonders dicht, wo dagegen eher selten auf?
  5. Schafft die Wortverteilung dieses Textes so etwas wie Kohärenz (wegen reichlichen Wiederholungen)?

Vgl. [2] und [3]

2. Cervantes, Don Quichote: Spanisch, Deutsch, Englisch

Kapitel 1 über den verhinderten Ritter Don Quichote wird in den drei Sprachen geboten. Für die spanische und die deutsche Version wird per Schaubild gezeigt, wie das Verhältnis wiederholter bzw. neuer Wörter ist: M-Types deutet an, wo nur 1x (vgl. y-Achse) oder mehrfach vorkommende Wörter vorkommen, in welchen Textbereichen (vgl. x-Achse) besonders wenige neue Wortformen vorkommen, wo dagegen viele.

Man kann zumindest zur Kenntnis nehmen, dass beide Versionen sich deutlich unterscheiden, was die Wiederholung von Wörtern betrifft. Was sind die Ursachen? Liegen sie in den Strukturen der beiden Sprachen begründet? Oder ist der deutsche Übersetzer weniger kreativ als der Originalautor, weil bei ihm Wiederholungen schon einmal eingeführter Wörter eine erkennbar größere Rolle spielen?

3. word clouds

Unter diesem Stichwort gibt es im Internet inzwischen mehrere freie, kostenlose Programme, die aus dem Wortinventar eines gegebenen Textes eine Grafik erstellen. Aus ihr wird sichtbar, welche Wörter am häufigsten vorkommen, welche seltener.

3.1 Wortinventar der ursprünglichen Josefsgeschichte

Nur um das "Prinzip" zu erläutern, nicht in der Annahme, im Schulunterricht müsse nun auch Hebräisch gelehrt werden ... - Da wir aktuell - in der (Ausdrucks-)Syntax - nur auf Ausdrucksseite arbeiten, ist mit folgender Statistik, inklusive grafisch-spielerischer Umsetzung - ernstgenommen, dass wir Bedeutungen noch beiseite lassen. D.h. man kann aus so einer Grafik bereits Schlüsse ableiten - gerade auch, wenn man die Sprache nicht versteht! Genau besehen ist dies sogar ein Vorteil. Denn intuitiv - salopp gesagt - 'fahren wir bei Texten immer gleich auf die Bedeutungen ab'. Übersehen, missachtet, nur undeutlich registriert wird dabei die Struktur der Ebene, die überhaupt erst den Weg zu den Bedeutungen eröffnet: die Ebene der Ausdrucksseite.

Didaktisch sollte man von SchülerInnen sicher nicht
zu gering denken: der Vergleich dieser Grafik mit
dem später genannten Kontrastbild hat etwas von
"Suchbildern" an sich. Es wird keine Schwierigkeit
sein, in Größe und Zusammenstellung "10 Differenzen"
zwischen den Grafiken festzustellen. Was man nicht
lesen/aussprechen kann, lässt sich durch zeigen
(etwa anhand Projektion) identifizieren und dann
auch - zur Verständigung - mit Zahlen versehen.
  Achten sollte man auf die Wortformen, in
  welcher Größe (=Häufigkeit) und in welcher
  Nachbarschaft kommen sie vor? Beim Bild insgesamt
  ist die Frage - beim Vergleich:
  Welches ist dichter, kompakter? - Das lässt
  ahnen, wie schlüssig, zupackend das Lese-/Hörer-
  lebnis sein dürfte. Deutlich geringere Dichte
  (neben sonstigen Abweichungen) deutet auf Zerfah-
  renheit.
Jedenfalls erleben SchülerInnen damit auf Textebene,
dass man schon Beobachtungen machen kann, wenn man
komplett die Bedeutungen beiseite lässt.

Wiederholungen im Einzeltext grafisch aufbereitet: [6]

Lädt man die Grafik herunter, zeigt es sich, dass
einige Grafikprogramme die Schrift nicht korrekt
anzeigen. Was zunächst als Defekt aussieht, kann
man zur Interpretation des Originalbildes nutzen. 
Denn anstelle der Wörter in Klarschrift sieht man
Rechteckreihen in unterschiedlicher Farbe und Größe
- Rechteck = Buchstabe. Damit werden die Klassifi-
zierungen sichtbar, die das Programm vorgenommen
hatte = eine Auswertungshilfe. Und solche, die die
Schrift lesen können, werden nicht durch Inhalte/Be-
deutungen abgelenkt. Sie müssen zunächst nur die
betreffende Rechteck-Reihe mit der Schrift in der
Originalgrafik verknüpfen. (Eine korrekte Anzeige
einer heruntergeladenen Grafik gelingt mit
einem Webbrowser, also z.B.  firefox [Datei] )

3.2 Wortinventar des biblischen Endtextes der Josefsgeschichte

Damit ist nichts anderes gemeint, als der Text der Kapitel Gen/1. Mose 37-50 - komplett, auf Hebräisch. Das heißt aber auch: es sind sehr viele redaktionelle Kommentare eingeschlossen, sogar ganze zwei Kapitel - Gen 38. 49 -, die mit der ursprünglichen Erzählung sicher nichts zu tun hatten. Die Frage ist also: Ändert sich durch dieses Zusatzmaterial an Wortformen die Gesamtstruktur? Das sollte man genauer beschreiben!

Dieselbe Fragestellung, nun mit dem biblischen Endext als Grundlage, führt zu folgender Grafik: [7]

4. Werbung

Werbefachleute brauchen ein Konzept, wie sie das zu bewerbende Produkt sicher in den Hirnen der potenziellen Kunden verankern können, so dass diese beim nächsten Besuch im Fachgeschäft nicht anders können, als zu diesem Produkt zu greifen. Konzepte, Strategien gibt es sehr unterschiedliche - manche sind bei der Herstellung ausgesprochen aufwändig. Eine sehr einfache, aber effiziente Strategie für Rundfunkwerbung hat folgende Merkmale:

  • man inszeniert einen lebendigen Dialog mit vielen Sprecherwechseln
  • thematisch kann der Dialog Nonsens oder nichts Substanzielles enthalten
  • vor diesem Hintergrund, den die Hörer schnell vergessen werden, sticht aber ab, dass ständig Hersteller+Produktname genannt und zwischen den Sprechern wie ein Ball hin und her geworfen wird, in verschiedenen Sprechakten: Frage - Feststellung - Ausruf usw.

Durch diese bloße Wiederholung wird ein hoher Werbeeffekt erzielt (unterstützt durch den anscheinend engagierten Dialog und seine bodenständig-sympathische Atmosphäre).

5. Einschlafhilfe

aus Interview mit dem schwedischen Psychologen Carl-Johan Forssén-Ehrlin: SPIEGEL 43/2015 117 - anknüpfend an dessen Buch:

SPIEGEL: In der deutschen Übersetzung wird das Wort "Schlaf"
auf wenigen Seiten 80-mal wiederholt. Das kann
nerven ...
Forssén-Ehrlin: ... ist aber ganz simple Psycho-
logie. Manche Wörter sind fett und manche kursiv ge-
druckt, und Sie werden darin schnell ein Muster er-
kennen: Die Wörter 'Schlafen' und 'jetzt' sind fett
markiert, sie sollen besonders betont werden. Die
Wörter, die zur Entspannung beitragen sollen, sind
kursiv gedruckt, zum langsamen Vorlesen.
SPIEGEL: Ganz ehrlich: Sind wir so leicht zu
manipulieren? Dass wir uns durch bloße Wiederholung
einlullen lassen?
Forssén-Ehrlin: Ja, vor allem Kinder. Ihr Gehirn
ist noch nicht so ausgereift wie das eines Erwachsenen.
Die können einen Schritt zurücktreten und über die
Worte nachdenken. Trotzdem sind auch Erwachsene recht
leicht zu beeinflussen.
SPIEGEL: Ach ja?
Forssén-Ehrlin: Zum Beispiel mit dem pinkfarbenen
Elefanten, an den Sie jetzt auf keinen Fall denken
dürfen!
SPIEGEL: Und?
Forssén-Ehrlin: Sie denken natürlich trotzdem sofort
an einen pinkfarbenen Elefanten.
SPIEGEL: Stimmt. Warum eigentlich? 
Forssén-Ehrlin: Weil das Gehirn nicht gut das Wort
'nicht' oder 'kein' denken kann.

6. Unbewusste Antriebe

Zunächst muss natürlich der Befund der "Wiederholung" festgestellt sein. Dann gilt es immer noch zu interpretieren: Wie wirkt dieser Befund bei Hörern/Lesern - und zurückgefragt auf den Sprecher/Autor: Was ist es, dass er zu diesem Stilmittel greift. In manchen Fällen kann eine seelische Verletzung die Ursache sein. Vgl. [8] S.198. 201.