4.013 Schreibvereinbarungen

Aus Alternativ-Grammatik
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Aus dem Inhalt

Wer sagt: »Dieses Wort ist auffällig?«, äussert sich zweideutig. Meint er Klang oder Silbenstruktur, so bezieht er sich auf die äussere Form, die Wortform. Er kann aber auch die Bedeutung meinen, die man mit der Wortform verbindet. Dann interessiert eben die Wortbedeutung. Nur von »Wort« zu reden ist also zu schlicht, oder naiv.

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0. Nachträge zur Theorie

0.1 Streit um Rechtschreibung

Ein großer Artikel in SPIEGEL 25/2013, unterstützt durch ein Interview [1], gibt Einblick in die - von vielen so genannte - Rechtschreibkatastrophe. Die Alternativ-Grammatik zielt in keinem ihrer vielen Einzelpunkte darauf, didaktische Ratschläge zu geben. Aber von der Sprachtheorie her lassen sich Aussagen machen, die dann im schulischen Unterricht zu beachten sind - solange es keine begründeten Gegenkonzepte gibt. Über die didaktische Umsetzung ist damit noch nichts gesagt. - Vgl. auch [2] - Etwa folgende Punkte sind zu nennen:

  1. Das Verhältnis Schriftsprache - gesprochene Sprache ist - genau genommen - ziemlich schwierig. Zwei eigenständige "Übertragungskanäle" sind im Spiel. Was Kinder, sobald sie einige Buchstaben schreiben können, als Wiedergabe von Gehörtem, Gesprochenem aufschreiben, mag ihrer eigenen Impression folgen, hat aber nichts mit einer angemessener Lautschrift zu tun. Damit sollten sich Pädagogen nicht einlullen. Auch das Hören der Sprache ist in den Anfangsjahren noch ziemlich undifferenziert, kann oft nicht zwischen langen/kurzen Vokalen, Schwa-Lauten, hart/weich gesprochenen Konsonanten usw. unterscheiden. Beides muss geübt und verfeinert werden: genaues Hören, angemessenes Schreiben.
  2. Aber Schriftsprache kann selbst bei verbessertem Hören nicht mit Lautschrift gleichgesetzt werden. Letztere schließt noch einige Konventionen ein, die Normalmenschen zeit ihres Lebens nie zu Gesicht bekommen. Vielmehr: Die Schriftsprache folgt zwar dem Lauteindruck, folgt aber noch Vereinbarungen, die eine ganz andere Herkunft haben (z.B. Etymologie - wie soll die Länge eines Vokals angezeigt werden - durch Anfügung von /h/, oder /e/ oder Verdoppelung?). Zu lernen ist also die Schreibweise in der Einzelsprache, die man normiert als Hochsprache kennt. Gruß an die DUDEN-Redaktion!
  3. Dieser Hinweis allein rechtfertigt noch keinen antiautoritären Aufschrei. Denn jedes schulische Fach führt Kinder in bestehendes Standardwissen ein. Wäre dies nicht gewollt, bräuchte es keine Schule. Nur mit einem solchen Standardwissen wird ein Kind - über die Vielfalt der Fächer hinweg - gesellschaftsfähig, kann mitreden, mit anderen kooperieren, später studieren, später einen Beruf ergreifen - weil in den jeweiligen Umgebungen vergleichbare Standards gelten, d.h. bekannt und akzeptiert sind.
  4. Das rechtfertigt diese Standards nicht blind, spricht sie auch nicht 'heilig', macht keine unumstößlichen Wahrheiten daraus - was man daran sieht, dass es hie und da eine "Rechtschreibreform" gibt. Aber kennen sollte man, was aktuell gilt. Und in dieser Umgebung sollte man sich einigermaßen sicher bewegen können. Darauf bereitet Schule vor. Auf Basis dieser gesellschaftlichen Standards hat ein Kind viele Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Es kann sich damit auch vornehmen, durch Forschung die bisherigen Standardannahmen zu korrigieren, zu erweitern usw.
  5. Das Gesagte gilt - daran sei erinnert - für alle Fächer. Wenn der amerikanische Präsident sagt, "1+1=3" - damit hat der frühere Außenminister Fischer in einem Interview die Begründung der USA für den Irakkrieg illustriert -, dann erlauben die erlernten Standards die Widerrede: Sorry, Herr Präsident, "its two". Was unverschlüsselt hieß: Nichtbeteiligung der BRD. - Ohne Standards keine Auseinandersetzung, weil alle irgendwie rechthaben. - Die Ausbildung einer eigenen Identität geschieht erst durch Auseinandersetzung, nicht durch verwaschenes Treibenlassen.
  6. Lernpsychologen mögen beurteilen, wie gut und sinnvoll es ist, ein Kind mit einer neuen Fertigkeit vertraut zu machen - "Schreiben" - und es dann 2 Jahre in diesem Feld gestalten/praktizieren zu lassen, wie es möchte - ohne jegliche Korrektur und Hilfestellung. Nach den 2 Jahren aber soll der Hinweis auf bestehende Normen erfolgen, also Korrekturen, es soll 'umtrainiert' werden?! - In Analogie zum musikalischen Instrumental- oder zum Sportunterricht muss man annehmen, dass über 2 Jahre eingeübte, verfestigte Fehlhaltungen nur mühsam, oder gar nicht wieder aus dem Hirn verbannt werden können. Ein solcher Ansatz sieht nach einem gewaltigen und höchst ineffizienten Umweg aus!
  7. Werden die Standards der Rechtschreibung letztlich doch nicht erreicht, hat das Kind im späteren Leben viele Nachteile. Es kann nicht mal effiziente Suchabfragen im Internet absetzen - weil falsche Treffer geliefert werden. Es bleibt vielfältig von vorhandenem und verfügbarem Wissen ausgeschlossen. Und bei Bewerbungen, beim Kundenkontakt, in weiteren sozialen Feldern macht es sich lächerlich und wird bemitleidet. Sozial integriert zu sein bedeutet immer auch, geltende Normen zu kennen und zu beachten. Daran führt kein Weg vorbei. Und wenn man sich von den Normen absetzen will, sollte man sie zuvor wenigstens kennen und die Distanzierung begründen können.
  8. Plausibel sind Hinweise, dass erst dann, wenn versucht wird, diese Normen zu üben, auch erkannt werden kann, wer z.B. aufgrund eines genetischen Defekts (Legasthenie), nicht folgen kann. Verzichtet man auf die Konfrontation mit den Normen, bleibt ein solcher Defekt zu lange unerkannt und unbehandelt - wertvolle Zeit verstreicht.

Die didaktische Aufgabe ist es - in jedem Fach - offensiv für dieses Basiswissen zu werben, in es einzuführen, die Vorteile in kindgemäßer Form schon herauszustellen. Ohne beständiges Üben und Kontrollieren geht es nicht. Aber nur 'didaktische Dinos' werden diesen Hinweis als Rechtfertigung von Drill, Unterdrückung von Individualität und von Zwangsmaßnahmen verstehen ...

0.11 Streit um Rechtschreibung II

Aus SPIEGEL-Essay von Wolfgang Steinig (35/2013):

"... so haben viele Kinder es ja mit der Anlaut- 
tabelle gelernt: Jedes Wort von Laut zu Laut ab-
hören und dann für jeden Laut immer einen Buchsta-
ben aus der Anlauttabelle auswählen und aufschrei-
ben.
   Eine verquaste Logik: die Schreibung 'buta' für
das Wort 'Butter' wäre nach Reichens Verfahren akzep-
tabel, da das Kind ja alle Laute richtig gehört und
für jeden Laut einen Buchstaben geschrieben hat.
'Budder' hingegen würde korrigiert werden, obwohl
das Wort groß geschrieben, die Doppelkonsonanz be-
achtet und auch die Endung korrekt ist. ...
   Die Schüler schreiben also im Zweifel zwei Jahre
lang weisungsgemäß nach Gehör, um all das dann im
dritten Schuljahr wieder zu vergessen. Denn dann
gewinnt plötzlich die Rechtschreibung an Bedeutung,
und Fehler gehen in die Notengebung ein. Jetzt haben
die Kinder aber nur noch etwa 16 Monate Unterricht,
bis die Entscheidung zum Besuch der weiterführenden
Schule ansteht. Und für diese Entscheidung spielt
die Rechtschreibung eine überragende Rolle. ...
   Der radikale Wechsel vom unbekümmerten Schreiben
nach Gehör zur orthografischen Norm wird von vielen
Kindern als Willkür empfunden. ...
   So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Unsere
Schrift sollte von Anfang an so vermittelt werden, wie
sie tatsächlich funktioniert. Und sie funktioniert nun
einmal nicht nach dem Prinzip 'ein Laut - ein Buch-
stabe', sondern nach regelhaften Mustern, die sich gut
erkennen und erklären lassen. ... Die deutsche
Rechtschreibung ist - entgegen einer weitverbreite-
ten Meinung - gut erlernbar. Sie ist eine Schrift,
die dem Leser deutlich zeigt, wie ein Wort zu verste-
hen und auszusprechen ist. Sie ist Kindern weitaus
einfacher beizubringen als die englische oder die
französische Schrift."

0.12 Streit um Rechtschreibung III

Weitere - berechtigte - Runde zum Thema in SPIEGEL 48/2013. - Aus einem Interview mit Rechtschreibexpertin G. Dorst (136f):

Dorst: Entscheidende Weichen werden schon am
Anfang der ersten Klasse gestellt. Nie wird der
falsche Eindruck erweckt, das Deutsche hätte eine
lautgetreue Schreibweise, in der alles so geschrie-
ben wird, wie es klingt. Im Gegenteil. Bei uns machen
die Lehrer und Lehrerinnen von Anfang an klar: Viele
Wörter schreibt man nicht so, wie sie klingen. Wer
richtig schreiben will, muss etwas über die Wörter
wissen.
SPIEGEL: Und das wird schon in den ersten Wochen
nach dem Schulstart vermittelt?
Dorst: Ja, absolut, je früher, desto besser. Die
Buchstaben langsam und gründlich eingeführt werden,
und alle Kinder lernen zum Beispiel von Anfang an,
dass ein Vokal lang oder kurz klingen kann. Beim kurzen
a in 'Lack' etwa klatschen sie in die Hände und mar-
kieren ihn, wenn sie ihn schreiben, mit einem Punkt.
Beim langen a in 'Lama' hingegen ziehen sie die Hände
auseinander und markieren ihn mit einem Strich. Diesen
Unterschied hören zu können ist die Basis für wichtige
Rechtschreibprinzipien, etwa die Konsonantenverdoppelung.
SPIEGEL: Einem Sechsjährigen solche phonologischen
Grundlagen beizubringen - ist das nicht eine Überfor-
derung?
Dorst: Entscheidend ist, dass es keinen Bruch gibt.
Erst munter drauflos zu schreiben, so wie es klingt
- und dann nocheinmal umzulernen, um entsprechend
den Rechtschreibregeln schreiben lernen: Das kann nicht
funktionieren!

Nebenbei:

  • Wenn Hören und Schreiben so einfach gekoppelt werden könnten, bräuchte sich der DUDEN nicht mit 169 Regeln anstrengen, Ordnung in die deutsche Orthografie zu bringen: Vgl. [3], Grundschüler würden ihn links überholen.
  • Schon unter [4] war hingewiesen worden auf die Eigenstrukturen von Akustik und Schrift. Die lassen sich nicht einfach in einander übertragen/übersetzen, von Grundschülern schon gar nicht.


0.2 Seitenblick: Entwicklung der Notenschrift in der Musik

Aus N. Harnoncourt, Musik als Klangrede. 3. Aufl. 1987. S.65f:

"In der Gregorianik gab es schon um 900 n.Chr. Tempo-
buchstaben, die allerdings heute verschieden ausgelegt
werden. Über den Neumen (Zeichen, die die Handbewe-
gungen des Chorleiters schematisch wiedergeben und
damit zur ersten christlich-europäischen Notenschrift
wurden) stehen Buchstaben wie C (celeriter), M (me-
diocriter), T (tarditer), also schnell, mittel, langsam.
In den Passionslesungen mit verteilten Rollen wurden
diese Unterschiede der Tempi sehr deutlich. Die Böse-
wichte haben immer schneller gesprochen, je heiliger
eine Figur war, desto langsamer wurde auch der
Rhythmus, Christusworte wurden sehr langsam, hymnen-
artig rezitiert. Von diesem Prinzip ist im 17. Jahr-
hundert sehr vieles in das Rezitativ eingegangen.
    Problematisch wird die Tempofrage mit dem Aufkommen
der Mehrstimmigkeit. Nun mußte, mindestens an be-
stimmten Stellen, tempomäßige und manchmal sogar
rhythmische Übereinstimmung hergestellt werden. Dies
war mit der alten Neumennotation nicht möglich; so
mußte eine völlig neue Notenschrift, in der Tempo
und Rhythmus einigermaßen darstellbar sind, gefunden
werden. In diesem frühen Stadium wurde der Wohlklang
der Mehrstimmigkeit als so sensationell empfunden,
daß nur noch von 'langsam' die Rede war. Mehrere
Quellen sprechen von 'moroditas', um der Schönheit
der Musik Dauer zu verleihen. Eine schöne mehrstim-
mige Musik sollte endlos dauern, man konnte davon gar
nicht genug bekommen. Trotz dieser sehr langsamen
Tempi ... mußte, wenigstens an den betonten 'Schlägen'
(heute würde man sagen: auf der Eins jedes Taktes)
Genauigkeit und Präzision herrschen. Hier mußten kon-
sonante Oktaven, Quinten und Quarten stehen, an die-
sem Schwerpunkt alle Stimmen genau zusammentreffen.
Dazwischen herrschte eine gewisse rhythmische Freiheit,
die man heute sicherlich als Unordnung bezeichnen
würde."

0.3 Buchstabendreher

...können vorkommen.

[]

0.4 Schmerzhafte Schreibweise

Vgl. das Zitat S.132f aus der Erzählung von Rafik Schami in: [5]

1. Einzelsprache: Deutsch

1.1 Eigene Schreibkonventionen

Die geltende Ortografie zu lernen und anzuwenden ist ein mehrjähriger Prozess. Beherrscht man sie, ist die Voraussetzung geschaffen, dass man sich auf der Basis des Geschriebenen verständlich machen kann: man ist in der Lage, die geltenden Schreibkonventionen anzuwenden. (Ob das Geschriebene auch bedeutungsmäßig verständlich ist, ist eine ganz andere Frage).

Ein Schriftsteller kann schon auf der Ebene der Ausdrücke gegen die herrschenden Konventionen verstoßen. Tut er das, löst er - noch vor allen Bedeutungen - ziemlich große Irritationen aus. Er erzwingt ein besonders angestrengtes Lesen, weil man durch all die Regelverstöße hindurch ja doch verstehen will, was gesagt werden soll. - Auszug aus Reinhard Jirgl, Hundsnächte. München 2. Aufl. 2010, S.86:

Dann noch die 3 Ausländer; auch sie blieben für
sich, trugen ihre Dispute, deren Gründe zum Ausbruch
mir stets uneinsichtig waren, von manchmal wilder
Gestik begleitet, theatralisch (wie mir schien) in
ihrer hart u kantig klingenden Sprache aus, die nach
dem 1dringen in die eigenen Sinne einen Geschmack
hinterließ wie von grob u achtlos gewürzten, von der
Würze verbrannten Speisen -; und weil die Stimmen
rasch laut wurden, in den Mündern dieser Fremden stets
voll Wut & Haß erschienen, als gälte es, uralte 
Zwiste, deren einstiger Anlaß längst schon bei den
Streitenden vergessen war & der nun fortgesetzt
wurde, nicht um diesen uralten Streit jetzt & hier 
endlich beizulegen, sondern vielmehr, so der Anschein,
all-1 um ihn wieder und wieder aufs Neu anzufachen &
am Weiterbrennen zu erhalten,  vielleicht, weil eben
dieser Streit es war, der diesen Fremden in der
Fremde noch Heimat  ... vermitteln konnte. Wenn
sie dabei zu laut wurden, brüllte einer der jüngeren
Deutschen: - Scheißka !Nacken !!Schnau Ze, und
warf einen Ziegelstein od irgend 1 Werkzeug nach
ihnen. Und setzte meist noch dazu: 
- Hier !Doitsch Land ?Kapito Kanacko Hier !Ruhe
Hier !Frieden, un 
Höflichkeit : ?!Klaa.  Wennde Kriek willzt Häuptling:
dann !Hau-ap nachhause - und vollführte stets eine
weitausholende Armbewegung ins Unbestimmte.
(142f) Auch diesen Bauschutt hatten wir danach mit
Spezialmaschinen zu zerkleinern, damit er anschließend
auf Wegen & Straßen, die zum Anwesen des Bauern
gehörten, ausgebreitet werden könnte - Ziegel-Ver-
putz-Kacheln-Glasscherben : !Alles auf die Wege; die
glitzerten dann von Glassplittern als seien tausende
von Weihnachtsbäumen explodiert & und kein Mensch
konnte diese Wege mehr betreten od befahren, ohne 
sich Schuhsohlen od Reifen zu zerschneiden. Aber der
Herr=Bauer kassierte noch ordentlich Geld dafür:
Wegeverbesserung, hieß das, zum Gemeinwohl - 
  -Er!staunlich, bemerkte jener Mann, den sie Eule
nannten. -Gans er!staunlich, daß diese Bauern=Deppen,
die so geil aufs Geld sinn, nich selber in die
Schreddermaschine springen & sich zerhäxeln lassen, 
um Danach die Penunse für=sich als Bulette zu
kassieren: Falscher Bauer: Verbesserung
der Wegeverpflegung zum Gemeinwohl -

1.2 Fehler = Aufmerksamkeit

Man kann versuchen, via simuliertem Schreibfehler Aufmerksamkeit zu erzeugen, z.B. bei Wahlwerbung, wie im folgenden Beispiel (Auszug aus SPIEGEL-online vom 26.7.2011). Ob die geweckte Assoziation als geistreicher Witz positiv aufgenommen wird, oder als: "Die beherrschen nicht mal die Rechtschreibung" negativ, wird sich am Wahltag zeigen müssen:

"Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern bekommt Wahl-
kampfhilfe aus dem Nachbar-Bundesland: Ein
19-Jähriger aus Niedersachsen hat eine Website 
geschaltet, auf der Hunderte Nutzer den aktuellen
Slogan der CDU parodieren. Denn der ist reichlich
verwirrend. Schwerin - C wie ziemlich blöd: Die
Wahlkampfkampagne der CDU Mecklenburg-Vorpommerns
sorgt für eine Spottwelle im Internet. Binnen 
wenigen Stunden brachte der Plakat-Slogan
"C wie Zukunft" der Partei zahlreiche hämi-
sche Kommentare im Internet ein.
"Wir wollten in die Diskussion kommen"
Morhardt, der selbst Mitglied der niedersächsi-
schen SPD ist, spricht gegenüber SPIEGEL ONLINE
von bislang "mehr als 3000 Einträgen". Im Moment
müsse er jeden einzelnen kontrollieren, bevor
dieser freigeschaltet werde, "sonst wird da jede
Menge Müll reingestellt". ... 
CDU-Generalsekretär Vincent Kokert verteidigte
die Kampagne - und freute sich über die Aufmerk-
samkeit. "Wir haben gehofft, in die Diskussion zu
kommen. Es hat funktioniert", sagte Kokert am
Dienstag. Er erläuterte, das "C" stehe in erster
Linie für die CDU und den Spitzenkandidaten 
für die Landtagswahlen am 4. September, Lorenz
Caffier."

1.3 "Spieltrieb und Pedanterie"

aus G. Grass, Hundejahre:

"Der Federführende schreibt Brauksel zumeist wie
Castrop-Rauxel und manchmal wie Häksel. Bei Laune
schreibt Brauxel seinen Namen wie Weichsel. Spiel-
trieb und Pedanterie diktieren und widersprechen sich 
nicht."