4.0621 Aktanten – Objekt – weitere Satzglieder

Aus Alternativ-Grammatik
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Aus dem Inhalt

<<WASCHEN>> – man kann sehr wohl knapp sagen: »ich wasche«. Dann will man vielleicht die Meinung korrigieren, dass man womöglich träge herumlungert. Sobald man aber über die Bedeutung <<WASCHEN>> nachdenkt, wird klar, dass ein »Objekt« bei dieser Handlung im Spiel sein muss, etwas, das gewaschen wird. Auch das Essen ist nur möglich, wenn etwas gegessen wird.


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0. Nachträge zur Theorie

0.1 Genitiv-, Dativ-, Akkusativ-, Präpositionalobjekt

Viererlei "Objekte"? Semantisch beurteilt: Nein! Und aktuell stehen wir im Kapitel SEMANTIK. Also hat nichts als die Einheit des Objekts = des 2.AKTANTEN zu gelten. (die Spezialfälle, wo dieses Objekt gesplittet ist, werden anschließend besprochen).

Alle genannten Vorspänne - Genitiv, Dativ, Akkusativ, Präposition - haben mit SEMANTIK nichts zu tun, sondern gehören zur Ausdrucks-SYNTAX. Wurden sie dort erfasst, müssen sie jetzt nicht wiederholt werden. Damit kann man sich aufgedonnerte, Schrecken einflößende Hybridbildungen sparen ('Präpositionalobjekt').

Anders gesagt: ein bedeutungsmäßig gefordertes Objekt ist immer dieser eine 2.AKTANT - auch wenn er in ganz verschiedenen Erscheinungsformen begegnen kann. Vgl. Beispielsätze:

"Sie gedachten ihrer ausgewanderten Verwandten" / Genitiv
"Wir vertrauen dir." / Dativ
"Den Ball kannst selber holen." / Akkusativ
"Sie berichtet über ihren Urlaub" / Präpositionsverbindung

Für "Präpositionalobjekt" wird gelegentlich angeführt:

"Wer freut sich nicht über Geschenke von Freunden?" / Präposition

Das akzeptieren wir nicht. Eine Präpositionsverbindung liegt zweifellos vor, aber kein Objekt. Um ein solches zu bestimmen (z.B. auch im Gegensatz zu "Adverbial", vgl. [1]), wird in Standardgrammatiken auf eine Austauschprobe verwiesen - selbst wikipedia gesteht, dass die jedoch etwas "komplizierter" sei. Den Eindruck haben wir auch, fühlen uns nicht in der Lage, sie hier wiederzugeben.

Das ist auch nicht nötig. Denn die semantisch entscheidende Kontrollfrage lautet: Benötigt die Prädikatbedeutung außer dem 1.AKTANTEN noch eine weitere, ähnlich wichtige Größe zum akzeptablen Verständnis? Wenn ja, dann ist diese zweite Größe eben der 2.AKTANT.

<<SICH-FREUEN>> - dieser Prozess läuft autonom in mir ab.
Eine Kontrollfrage - WEN/WAS? - wäre sinnlos. Ergo: diese
Bedeutung  benötigt überhaupt keinen 2.AKTANTen. Was aber
akzeptabel ist, ist die Nennung eines Anlasses / Grundes,
der die Freude ausgelöst hat. Das verweist auf
[2] / "kausal".
<<BERICHTEN>> gehört zu den Redeverben, die alle einen
2.AKTANTEN benötigen - es handelt sich ja nicht um ein
bloßes Plappern und Grunzen. Also ist die Präpositions-
verbindung legitimer 2.AKTANT zur Bedeutung <<BERICHTEN>>.
Sprachliche Äußerungen sind eine Art
geistiger Transportvorgang, also muss Etwas trans-
portiert werden - gilt schon für das lat. referre.

0.2 Infinitiv als 2.AKTANT

"Ich habe mir vorgenommen, nach Tübingen zum Eisessen zu radeln"

Die Bedeutung <<SICH VORNEHMEN>> verlangt die Nennung
dessen, was sich das Subjekt vorgenommen hat. Dieses
Was folgt im Beispiel durch die Infinitiv-Phrase.

0.3 ZUORDNUNG

Ein 1.AKTANT wird lokal oder allgemeiner ("gehört zu") einem 2.AKTANTen zugeordnet. In Mainz könnte man sagen: "Das Auto ist mir". In einem solchen Fall folgert man: das Auto gehört dem Ich, das Ich ist rechtmäßiger Besitzer.

Da sollte man aber vorsichtig sein. Darüber hat sich der Philosoph Immanuel Kant schon Gedanken gemacht. (aus: M. Kühn, Kant. Eine Biographie. München 2004. 3. Aufl. S.460)

"... unterscheiden sich Besitz  und Eigentum radikal
voneinander. Ich mag etwas physisch besitzen, ohne daß
es mein eigen ist, und ich mag etwas zu eigen haben, ohne
in dessen Besitz zu sein. Wenn ich Ihnen also mein Auto
leihe, dann besitzen Sie es, aber es ist immer noch mein
Eigentum. Zwar ist es möglich, eine Sache rechtmäßig zu
besitzen, aber es ist auch möglich, sie zu besitzen, ohne
ein Recht dazu zu haben. Wenn Sie also mit dem Auto
durchbrennen und es nicht mehr zurückbringen, dann
besitzen Sie es, aber Sie haben kein Recht darauf. Das
Besitzrecht hat der Eigentümer, und nur der Eigentümer
kann dieses Recht übertragen oder aufgeben.
   Die Frage Kants lautet, wie Eigentum überhaupt möglich
ist oder welches die Bedingungen sind, die Eigentum
möglich machen. Seine kurze Antwort lautet:
'Eigentum ist ein Postulat der praktischen Vernunft.' Doch
die Frage ist: was bedeutet das? Seine Argumente, für
diese behauptung sind schwer zu verstehen, aber grob
gesagt ist der Gedanke anscheinend der, daß sich der
Begriff des Eigentums nicht auf bloßen physischen Besitz
reduzieren läßt, sondern vielmehr moralische Gesetze
voraussetzt. Anders als Besitz hat Eigentum eine moralische
Komponente. Diese Komponente ist keine unmittelbare
Konsequenz der moralischen Gesetze, sondern ein Postulat
- fast wie Gott und Unsterblichkeit.
Das bedeutet auch, daß Eigentum nicht etwas ist, das
vorausgesetzt werden muß.
Wir müssen voraussetzen, daß es nicht bloß empirischen
(oder physischen) Besitz gibt, sondern auch so etwas wie
'intelligiblen Besitz', das heißt rechtmäßigen Besitz
ohne physischen Besitz, oder Eigentum."

0.4 Fragepronomina

... sollten nicht dümmlich eingeführt werden. Die einzelnen Aktanten können natürlich per Fragepronomen im Satz enthalten sein, um auf die erst gesuchte Vollinformation zu verweisen. Im Falle des Objekts = 2.Aktanten lautet dann die grammatikalische Standardfrage: Was tut das Subjekt=1.Aktant?

Es ist in tut eingeschlossen, was man als Prädikat annimmt, vgl. [3]. Bei vielen 'Handlungsverben' wird es keine Probleme geben: entweder wird ein "Objekt = 2.Aktant" bearbeitet, oder gar erst erzeugt (Endprodukt: Objekt-Effekt). Es ist aber hirnverdrehend, wenn bei jedem konjugierten Verb mit "tut" argumentiert wird. Auch in Fällen wie: "Ahmed hat einen Apfel." - also, Was tut Ahmed? - "Haben"!?!

Nicht der Blick auf die äußere Verbveränderung (Konjugation/Ausdrucks-SYNTAX) ist das Kriterium, sondern was sich zwischen den Einzelbedeutungen abspielt (SEMANTIK).

Wer etwas hat, der tut nichts - die Tatsache der Konjugation hilft überhaupt nicht weiter. Stattdessen ist bedeutungsmäßig von einem Zustand, einer Beziehungs-, Besitzaussage die Rede. Auch dabei wird sprachlogisch ein 2.Aktant benötigt. Prädikationen mit echten Handlungen haben keinen Exklusivanspruch darauf!

1. Einzelsprache: Latein

1.1 Standarderklärungen

Fink/Maier in ihrer "Systemgrammatik Latein" (1997) schreiben, dass das "Objekt ... als Satzergänzung nähere Informationen" zum Sachverhalt der Prädikation gibt. - Das ist als theoretische Orientierung zu wenig, denn anschließend wird erläutert, in welchen Formen das "Objekt" realisiert sein kann. Eine theoretische Klärung ist davon nicht mehr zu erwarten.

Es müsste erwähnt werden, dass "Objekt" - semantisch betrachtet - eine denknotwendige Zusatzinformation repräsentiert. Es gibt Prädikatbedeutungen, die ohne diese weitere Bedeutung nicht vorstellbar sind (<<ESSEN>> ist nur möglich, wenn etwas gegessen wird). Es sollte nicht der Eindruck erweckt werden, "Objekt" sei eine mehr oder weniger zufällige Ergänzung der Prädikation, sei somit nicht denknotwendig.

Dass die eine semantische Funktion "Objekt" = "2.Aktant" in verschiedenen Formen begegnen kann, weiß man schon lange (z.T. in latinisierenden Übersetzungen):

als Nomen im Akkusativ     Homo hominem diligito!  
                             = Ein Mensch soll den anderen lieben!
als Infinitiv              Quis resistere audet? 
                             = Wer zu widerstehen wagt?
als AcI                    Neminem resistere scio  
                             = Niemandem zu widerstehen (das) weiß ich
                           Laocoon Troianos in pericolo esse putabat.
                             Nun ist der Akkusativ auch sichtbar. Er benennt
                             für den dazugehörigen Infinitiv den 1.Aktanten
                             (wer befand sich in Gefahr?). Der Akkusativ
                             anstelle des Nominativ zeigt eine übergeordnete 
                             Abhängigkeit an: was glaubte Laocoon?
                             Der eingebettete Gesamtausdruck bildet 
                             den 2.Aktanten für die Verbbedeutung des Meinens.
                           Graecos in urbe esse Priamo nuntiatum est 
                             - Hierzu kann man nur dann sagen - vgl.146 -,
                             der AcI könne auch Subjektsposition einnehmen,
                             wenn man den Aktiv -> Passiv-Wechsel übersieht.
                             Wählt man für Aktantenbestimmung grundsätzlich
                             die aktive Form (das Passiv ändert an den
                             Strukturen nichts), dann ist dieses 
                             Beispiel wie das vorige zu behandeln.
als Dativ                  Quis suis nocere vult?
                             = Wer die Seinigen schädigen will? 
                             [nähme man die Übersetzung "schaden", würde auch
                             im Deutschen der Dativ verwendet. Semantisch
                             ändert dies nichts daran, dass "Seinige" die
                             Figurengruppe ist, die unmittelbar von der
                             Tätigkeit "schaden" betroffen sind, also 
                             "2. Aktant". Keine Gleichung aufstellen:
                             Dativ = 3.Aktant!]
                            nubere nobili viro       
                             = "Heiraten" war auch im alten Rom ein Akt zwischen
                             zwei Personen, es brauchte einen 1.Aktanten und einen 
                             2.Aktanten - in diesem Fall: Adliger. 
                             Dass letzterer im Dativ erscheint, ändert an der
                             semantischen Analyse nichts.    
als Genitivobjekt           Ne oblitis sitis pacis!
                             = Vergesst (wen/was?) den Frieden nicht!
                            Paenitet me consilii mei 
                             = 'es reut mich meiner Absicht' = wörtliche
                             Übersetzung. Bleibt man bei der unpersönlichen
                             lateinischen Konstruktion, die per Akkusativ -
                             me - das eigentliche Subjekt nachliefert,
                             so steht aus, worauf sich die Reue bezieht:
                             "Ich bereue was?"  Um das Objekt zu bezeichnen
                             ist der Kasus Akkusativ schon vergeben. 
                             Ein anderer Kasus zur Unterscheidung 
                             tut not. Es bietet sich der Genitiv an: damit
                             wird der "2.Aktant" ausgedrückt.
als Präpositionalobjekt     De pace delibero            
                             = Über den Frieden denke ich nach
Unglücklich gewählt sind Beispiele für die Realisierung
als Ablativobjekt           Quis armis uti mavult quam pace 
                             = die Ablative sind zunächst dem "uti"  geschuldet.
                             Gesucht wird aber ein "Objekt" für "mavult". 
                             2. Aktant dafür ist der Infinitiv (s.o.)
                                                               
als doppelter Akkusativ     Amicos adiuvare pulchrum putamus - (vgl. S.143)
                             Die Bekundung der Meinung verlangt einen 2.Aktanten. 
                             Der wird mit einer abstrakten Wertung geboten
                             (pulchrum). Da Wertungen unanschaulich und
                             inhaltsleer sind, ist es erwartbar, dass
                             eine Explikation hinzugestellt wird 
                             ("Freunden zu helfen"), die insgesamt erläutert,
                             was unter "schön" zu verstehen sei.
als Nominativ               Homines beati esse volunt
                             (ähnlich auch mit studere, cupere, conari): 
                             So wie im vorigen Beispiel der Akk. 
                             von amicos dem adiuvare 
                             geschuldet ist, nicht etwa dem 
                             putare, so ist jetzt der Nominativ Folge von
                             esse, nicht von volunt. Das "Wollen"
                             nimmt als 2.Aktanten das "Sein" (woran kein
                             Kasus abgelesen werden kann).
                             Es liegt somit ein weiterer Beleg vor, dass
                             der 2.Aktant als Infinitiv realisiert sein kann.
                             Erst abgeleitet vom Infinitiv tritt
                             der Nominativ in Kraft. Mit dem Objekt zu
                             volere hat er direkt nichts zu tun.

Obwohl S. 108ff die "Systemgrammatik Latein" Semantik betreibt, kreisen die Überlegungen immer noch um den Akkusativ; und die Funktionen Richtung, Ziel, Ergebnis würden ihn zum eigentlichen Objektskasus machen. Man sollte diese Rückbindung an den Akkusativ aufgeben - oben haben wir schon gesehen, wie vielfältig das semantische Objekt praktisch realisiert werden kann. Beteuerungen wie eigentlich helfen nicht weiter.

Neben vielen Verbbedeutungen, die in Latein wie Deutsch transitiv funktionieren und auch analog übersetzt werden können, gibt es immer welche, die eine genauere Betrachtung benötigen:

Aegroti medicum consulunt   - man könnte annehmen, es handle sich
                                        um eine Anfrage an den Arzt.
                                        Letzterer wäre damit Adressat eines 
                                        Sprechakts, also - obwohl Akkusativ
                                        - 3. Aktant. Aber man sollte die
                                        gegebene Sprachstruktur so weit 
                                        möglich ernstnehmen und testen, ob
                                        sie nicht auch ins Deutsche übernommen
                                        werden kann. Das geht in diesem Fall:
                                        "XY befragt den Arzt". Ein Redeakt
                                        ist zwar impliziert. Ausgedrückt ist
                                        aber ist eine direkte Interaktion
                                        zwischen 1. + 2.Aktant.

2. Einzelsprache: Russisch

2.1 "Kasus" - allgemein

Eigentlich könnte man sich im Bereich "Kasus und ihre Funktionen" freuen, weil endlich einmal - so die grammatische Standardauskunft - zwischen Ausdrucksseite ("Kasus, Fall") und "Funktion" so etwas wie eine 1:1-Beziehung besteht. In allen anderen "Fällen" ist dies ja nicht der Fall (was allerdings der Normalfall im Verhältnis zwischen "Ausdrucksseite" und "Bedeutungsseite" ist). Denn: "Der Akkusativ dient dem Ausdruck des direkten Objektes, auf das sich eine Handlung bezieht." (Pons, Powersprachkurs Russisch, S.146).

Мы купим сюда большое зеркало - "Wir kaufen für-hier einen-großen Spiegel" - Das Dumme ist nur, dass man dem letzten Wort nicht zweifelsfrei entnehmen kann, dass es ein "Akkusativ" ist. Der Form nach könnte es auch ein "Nominativ" sein. Analoge Mehrdeutigkeiten bei den anderen Deklinationstypen. Vgl.4.011 Ausdrucksseite: Wortbildung Also ist die oft wie selbstverständlich unterstellte Klarheit doch wieder futsch. Das heißt im aktuellen Fall:

зеркало = <<SPIEGEL>> ist semantisch "2.Aktant = direktes Objekt", das,
              was gekauft wird
        = auf Ausdrucksebene ist die Wortform identisch mit der Grundform; ein
          spezieller Kasusmarker ist nicht zu erkennen

2.2 "Instrumental / Komitativ"

Den ersten Begriff gibt es - wie schon in 4.011 Ausdrucksseite: Wortbildung gesehen - in der russischen Grammatik. Mit "Instrumental" wird erfasst, dass Substantive folgende Endungen haben können:

 ей  ею ем  ёо  ёюо  ём  ой  ою  ю  ом  я  и  й  ю 

Wer die Denkweise der Alternativ-Grammatik inzwischen kennt, wird ahnen, dass uns diese Praxis auf dreifache Weise nicht überzeugt:

  1. Auf Ausdrucksseite werden Varianten (von Endungen) mit einem semantischen Begriff belegt. Wortbildung ist eine Sache, was damit semantisch ausgesagt werden kann, eine andere. Das sollte man auch begrifflich unterscheiden.
  2. "Instrumental" wird auch semantisch falsch verwendet: einerseits für ein "Instrument" im üblichen und akzeptablen Verständnis ("ich schneide mit dem Messer Brot"). Dann aber auch für einen 1.Aktanten im Passiv ("Die Entscheidung wurde von der Kommission getroffen"). Hierbei kann man nicht von "Instrument" reden, sondern muss eben die Passiv-Transformation berücksichtigen.
  3. Begrifflich fehlt - auf semantischer Ebene - die Ergänzung: Komitativ. Ein Substantiv mit einer der genannten Endungen und davorgeschalteter Präposition "с" könne besagen: 'in Begleitung von' ("Ich gehe mit einer Freundin ins Theater"). - Die Freundin würde sich schön bedanken, wenn sie als "Instrument" bezeichnet wird - und sei es nur grammatikalisch ...

2.3 "Präpositiv"

Aus doppeltem Grund wird sich mancher über diesen Beitrag wundern:

  1. "Präpositiv" ist zunächst der Verweis auf eine Konstruktion der Ausdrucksseite (Präposition+Substantiv+spezielle Endung), gehört so also zur Ausdrucks-Syntax.
  2. semantisch werden mit derartigen Präpositionsverbindungen weitgehend Ortshinweise gegeben, vgl. 4.071 Raum / Ort / Topologie.

Nicht erfasst sind damit aber die Belege - die übrigens genauso das Deutsche betreffen -, in denen die Präpositionsverbindung den 2. Aktanten repräsentiert.

Я говорю о тебе . - "Ich spreche von dir."
Wie anders sollte man das Objekt, den Inhalt der Rede
erfassen, denn als "2. Aktant"?
Und dass äusserlich der "2. Aktant" nicht durch Kasus-
endung, sondern durch Präpositionsverbindung angezeigt
wird, ist aus mehrfachem Grund nicht der Rede wert: 
(a) Ausdrucksseite und Inhaltsseite sind immer getrennt
zu halten. Eine Veränderung auf der einen Schiene hat
nicht automatisch eine Veränderung auf der anderen zur
Folge. Folglich muss man durchhalten: 
Kasusendungen und Aktanten sind nicht eng und zwingend
gekoppelt. 
(b) In anderen Sprachen - z.B. dem Hebräischen - ist es
sogar Normalfall, dass der  "2. Aktant" durch eine
Präpositionsverbindung realisiert wird.