4.063 Methodische Ebenen und Vereinbarungen III

Aus Alternativ-Grammatik
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"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum" - diese edle, klassische Erkenntnis wird nun zum dritten Mal traktiert, jetzt auf Satzebene. Durch alle drei Etappen baut sich allmählich der Eindruck auf: die Bedeutungsseite ist hierarchisch strukturiert. Die kleinsten selbstständigen Einheiten werden sukzessive in größeren wieder aufgenommen.


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0. Nachträge zur Theorie

0.1 Sprachlogik

... um diese geht es zwar im gesamten Bereich SEMANTIK / PRAGMATIK. Aber im Feld, das Ziff. 4.06 bearbeitet, wurde sie immer schon besonders gut greifbar. Die Begriffe konnten wechseln, - die einen redeten von Valenz, die anderen von Aktanten, die Dritten beließen es bei Subjekt/Objekt/Dativobjekt usw. - Die Begriffe sind nicht einfach austauschbar, wie wir gesehen haben. Aber der Tendenz nach wollen sie etwa die gleiche Fragestellung beim Thema "Satz" behandeln.

Auch nicht überall gleich streng wird mit einem sprachlogischen Konzept im Hintergrund gearbeitet. Am schlimmsten: Man bestimmt ein 'Dativobjekt' dann, wenn es auch im Satz vorliegt. Liegt es nicht vor, sieht man auch keinen Grund, den Begriff ins Spiel zu bringen.
Der Ansatz der Alternativ-Grammatik ist ein anderer: Ausgehend von der Verbbedeutung - im Fall, dass ein Verbalsatz vorliegt - wird gefragt, ob diese einen 3.AKTANTEN zwangsläufig benötigt. Fällt die Antwort "ja" aus, dann begibt man sich auf die Suche im Satz. Mit zwei möglichen Ergebnissen:

- ja, der 3.AKTANT ist erkennbar im Satz realisiert
- nein, für diese semantisch-logisch notwendige Position
  liegt eine Leerstelle vor.

Man lässt sich also nicht von der zufälligen, meist textstilistisch bedingten Satzstruktur treiben - und gewinnt insgesamt recht zufällige Analyseergebnisse. Sondern fragt streng von der Sprachlogik her nach den zwingend notwendigen Erfordernissen.

Das hatte intuitiv korrekt auch der Kandidat in der Quizsendung
verstanden, als er die Frage beantworten sollte:
"Was ist der Unterschied?" 
Kandidat: "Zwischen was?"
Quizmaster: "Tut mir leid, ich darf nicht helfen."

Hier ist zwar ein Nomen betroffen. Aber dort gilt genauso,
dass eine Bedeutung zwingend ihre Kontextbedingungen
benötigt (=AKTANTEN), damit sie zur Geltung kommen kann.