4.381 Versuch eines Neuanfangs: W. Staudtes "Die Mörder sind unter uns"

Aus Alternativ-Grammatik
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Aus dem Inhalt

Die Forderung nach einem "Neuanfang" im Sinn von "Schlussstrich gegenüber dem Bisherigen" kann auch Ausdruck für den Wunsch nach Verdrängung sein. Davor warnt atemberaubend früh und klar der erste deutsche Spielfilm nach dem Ende des 2. Weltkriegs.


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0. Zur Theorie

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1. Konstellation: Einer gegen die Masse

Aus der neueren, aber auch der älteren Geschichte lassen sich viele Belege/Beispiele finden, wo Einzelne zunächst der Front der Menge gegenüberstanden, ihr klarzumachen versuchten, dass die gesellschaftlich-geistige Ausrichtung eine deutlich andere, v.a. bessere, ehrlichere, zukunftsträchtigere, friedlichere sein könnte, als man sie aktuell kennt, erlebt, praktiziert. Der Staudte-Film ist also nur ein Beispiel für eine Struktur, die sich auch in anderen geschichtlichen Situationen ergeben kann und ergeben hat.

In dieser Konstellation gibt es mehrere Varianten:

  • dieser Eine spricht etwas aus, das viele denken, aber nicht auszusprechen gewagt hatten. Folglich wird dieser Eine schnell zum Sprecher Vieler/Aller werden und politisch agieren können;
  • der Eine rennt gegen eine Mauer, weil ihn vielleicht viele durchaus sympathisch finden, weil aber "das System sich wehrt", d.h. Gegenmaßnahmen treten in Kraft, der Eine wird psychisch / physisch verfolgt und zum Schweigen gebracht - nicht selten: getötet;
  • die Ausrichtung bei der Konstellation: Einer - Alle ist von vornherein offen. Im Fall von Staudte war das Ziel das einer Demokratisierung, einer Überwindung des totalitären Denkens in den Köpfen. Die selbe Konstellation war aber auch am Beginn des öffentlichen Auftreten Hitlers wirksam: es führte zur Entmündigung des Volkes - was lange sogar noch von diesem bejubelt worden war.

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