4.82 Originale Josefsgeschichte mit Stammtischeinwürfen - Lektüre in Vierergruppe, privat oder öffentlich

Aus Alternativ-Grammatik
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Aus dem Inhalt

Probe aufs Exempel: Nicht wissenschaftlich, aber intuitiv kann man die freigelegte Originalschicht der Josefsgeschichte auf sich wirken lassen und testen, ob sie als Erzählung spannend, auch humorvoll, mit implizierter 'Botschaft' wahrgenommen werden kann.

Zwar wird der Text samt Einwürfen in verschiedenen Rollen geboten; das heißt aber nicht zwingend, es müssten 4 leibhaftige Akteure tätig werden. Auch das Lesen des Gesamttextes durch eine Einzelperson gibt dieser viele informative und emotionale Zusatzhinweise zum biblischen Text. Sie sind durch die Analysen im wissenschaftlichen Hintergrund gedeckt.

Das Textangebot unterstützt unser Plädoyer fürs Lesen in besonderer Form:

  • es wird ein dem Thema nach bzw. hinsichtlich seiner Motivik - abgehoben - bekannter Text, der jedoch seit 2 1/2 Jahrtausenden im konkreten Ablauf nicht mehr lesbar ist, freigelegt angeboten: er ist wieder lesbar / hörbar,
  • der hinzugedichtete Stammtisch macht locker auf stilistische Besonderheiten und benötigte Begleitinformationen aufmerksam; eine Vermischung der Ebenen: biblischer Text vs. Zusatzbemerkungen droht nicht;
  • die Interaktion unter den 4 Teilnehmern, gelegentliche Kabbeleien eingeschlossen, bildet ab, was der Erzähltext an Emotionalität enthält und nach außen weitergibt;
  • die Unterscheidung bleibt eindeutig: was der/die Lektor/in vorträgt, basiert auf dem hebräischen Bibeltext; die Sprechweise der 3 'Probehörer' reicht in Sprachbildern und Diktion z.T. bis ins Mundartliche hinein: nicht die Inhalte dieser Beiträge, sondern ihr Ton als emotionale Reaktion auf den biblischen Text interessiert; wo Inhalte aufgegriffen werden, wird oft nach weiteren Erläuterungen verlangt - und durch den "Gelehrten" gegeben -, oder es werden Implikationen des Erzähltextes als Fragen indirekt an die Zuhörerschaft weitergegeben - diese sollte ja auch zum Weiterdenken animiert werden;
  • die angebotene Textversion enthält die Josefsgeschichte 4-fach - somit hat jeder Sprecher seine eigene Textausgabe,
  • jeweils ist - Fettdruck + Unterstreichung + Grossbuchstaben - eigens markiert, welche Sprecherrolle gerade gefordert ist.
  • Positive Effekte: leicht zu realisierende Gemeinschaftsarbeit in überschaubarer und für solch ein Projekt akzeptabler Zeit; für Aktive wie Zuhörende Eintauchen in eine kohärente Fantasiewelt - abseits elektronischer Überflutung; zwar ist die story fiktional, aus ihr können mehrere Modelle für Verhaltensweisen in vergleichbaren Situationen abgeleitet werden = Impulse, sich eigene Gedanken für derartige Konstellationen zu machen; Versprachlichung thematischer Akzente, die man sich im Alltag eher erspart = Abbau von Verdrängungen: Familienkonflikte, sexuelle Nötigung, Aushalten von Unrecht, dabei Kultivierung eigener Fähigkeiten, Umgang mit Institutionen/Autoritäten, Vertrauen auf Überwindung bestehender Konflikte, Tod des Vaters u.ä.

Erste Tests haben gezeigt: Man kann in kleinem Kreis (Familie, Gruppe), aber auch vor Auditorium, mit Genuss den alten Erzähltext vortragen. Seine künstlerische Potenz ist auch heute noch stark genug, so dass sie fesselt, lachen lässt, die Aufmerksamkeit wachhält.



Zu finden sind die Illustrationen entweder am Ende von Ziff.1 des großen Manuskripts, vgl. [1].

Der Text für jede der 4 Sprecherrollen:

Lektor/in____ Hörer/in_1____ Hörer/in_2____ Gelehrte/r____