5.111 Welche Geschichte hat der zu lesende Text?

Aus Alternativ-Grammatik
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0. Didaktische Gesichtspunkte

0.1 ...

0.2 ...

1. PRIMARSTUFE

LERNZIEL_1:

Durch Kennenlernen weiterer Texte die "Lust am Text" (Roland Barthes) fördern.

LERNZIEL_2:

Kennenlernen auch von Texten, die das Entstehen von Texten thematisieren - Einbeziehung poetischer und religiöser Entwürfe.

LERNZIEL_3:

Kennenlernen von Formen, wie Texte, Schriften, Bücher, Buchrollen bis ins Rituelle hinein verehrt werden. Auch Buchpreise und ihre Verleihungen gehören dazu.

1.1 links

[1] - stofflich müsste einiges aufgefüllt werden. Sinn: Mythische Umschreibungen kennenlernen, wie man sich bisweilen die Existenz seiner wertvollen Schriften zu erklären versuchte. = Erste Gelegenheit, solche Erklärungen zu thematisieren.

1.2 ...

2. SEKUNDARSTUFE 1

LERNZIEL_1:

Erkennen, dass ein Text nicht mit der - vielleicht schönen, spannenden - fiktionalen Welt gleichzusetzen ist, sondern ein sprachlich-literarisches Produkt ist, das auch materiell erst hergestellt werden musste.

LERNZIEL_2:

An Texten, die noch in alten Sprachstadien zugänglich sind, ein Bewusstsein für die Geschichtlichkeit der Sprache entwickeln.

LERNZIEL_3:

Erfahren, dass man Anstrengungen, Strategien entwickeln muss, die erlauben, den überlieferten Texten angemessen zu begegnen. Unterschiedliche kritische Rückfragen können dabei nötig werden.

2.1 links

[2] - unterscheiden können zwischen gewollter = stilistisch akzeptabler, verstehbarer Irritation und Druckfehler.

[3] mit Unterpunkten macht bewusst, dass Texte, die wir lesen, einen Herstellungsprozess hinter sich haben - bisweilen einen komplizierten.

[4] mit Unterpunkten: am Beispiel alter Texte ein Bewusstsein für ältere Sprechweisen / Sprachstadien wecken. Noch wird kein Wert auf eine Methode zur Bearbeitung gelegt.

[5] - "Text" ist eben auch ein physisch geschriebener Text. Man muss/darf nicht gleich hochgeistig, gedanklich kompliziert argumentieren. Oft sagt schon allein das "Schreibmaterial" Wichtiges.

2.2 ...

3. SEKUNDARSTUFE 2

LERNZIEL_1:

Kritische Fragen an den Textwortlaut stellen, die die vorgebliche Einheitlichkeit überprüfen. An geeigneten Beispielen die Kriterien nachvollziehen, mit denen literarische Brüche zu erkennen sind.

LERNZIEL_2:

Erkennen, wie der Eingriff eines Fremdautors, z.B. Redaktors, Zensors, den Fluss und Aussageduktus eines Textes (zer)stören kann, und wie die Reaktion eines Lesers ist, der unbewusst diese Mixtur aufnimmt. Selbst vergleichsweise wenige redaktionelle Eingriffe können die Textrezeption beträchtlich stören.

LERNZIEL_3:

Erkennen, dass ein unverfälscht überkommener, oder wieder freigelegter poetischer Text auf Leser/Hörer mit großer Kraft einwirkt, sie innerlich in Beschlag nimmt.

3.1 links

[6] - Vorbereitung auf den Begriff "historisch-kritisch", mit dem einige der SchülerInnen während des Studiums zu tun haben werden. Und generell: Entwicklung des Bewusstseins für geschichtliche Veränderungen von kulturellen Erzeugnissen. Aufmerksam werden für Veränderungen/Verfälschungen.

[7] - Reinschnuppern in die Methode: Aufmerksam werden für unplausible Brüche. Im Gegenzug: Schätzen-lernen, wenn ein 'Objekt' unverfälscht und intakt überliefert worden war. Diverse Beispiele unter [8] samt Unterpunkten.

[9] SchülerInnen sollen wenigstens nachvollziehen können, wie man unmittelbar am Text nachträgliche Überarbeitungen erkennen kann. Ein selbstständiges Handhaben der Methode soll nicht Lernziel sein. Aber die Logik der Methode soll anhand der Beispiele erkannt werden.

[10] - Über die Gründe sollte man sich unterhalten, warum einer einen vorliegenden Text glaubt verändern zu müssen.

3.2 Lehrmaterialien

Nationalhymne der ehem. DDR, "Becherhymne" [11]

Luther gegen die Kurie in Rom.[12]

Textgeschichte [13]

Alttestamentliche Texte [14]


4. Traditionelle Grammatik

4.1 ...

5. Diskussion zur Didaktik

5.1 ...