NEWSLETTER 11 - 23.05.2010

Aus Alternativ-Grammatik
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Liebe InteressentInnen an der Alternativ-Grammatik,

nicht nur Schulen haben nun Pfingstferien, sondern ein bisschen etwas davon fällt auch für die Unis ab: vorgestern "lernte" ich, dass die ganze Pfingstwoche als "vorlesungsfrei" gilt. Welche Verlotterung der Sitten...! Noch vor kurzem war lediglich der Dienstag frei von Lehrveranstaltungen gewesen.

Hier einige Informationen zur "Evolution", die die "A-G" durchläuft. Im Anfangsbereich der "Pragmatik" wird es immer mehr 'pittoresk', weil nämlich einige Beiträge zum Arabischen hinzukamen. Im Bereich der Semantik (Prädikation) zum Russischen. Beide Schienen werden in den kommenden Wochen weiter befahren werden. Auch ein Anglist hat sich zur Beteiligung bereit erklärt. Türkisch, Wolof, Hebräisch, Spanisch usw. hatten wir - teilweise - eh schon 'im Angebot' - neben den Standards Deutsch, Französisch, Englisch.

Mit diesen Hinweisen sei gesagt: Allmählich wird in der Praxis sichtbar, was theoretisch schon länger vor Augen steht: Ein Grammatikkonzept (bei Semantik/Pragmatik) kann dazu dienen, die unterschiedlichsten Einzelsprachen zu beschreiben. Anzustreben ist also, dieses eine Konzept zu kennen um dann in der Lage zu sein, jedwede Einzelsprache ordentlich zu beschreiben. Damit wäre dann der Kurzschluss ausgeräumt, der heißt: jede Sprache hat ihre eigene Grammatik. Nein, ganz so pauschal verhält es sich nicht. Jede Einzelsprache hat zweifellos ihre eigene Ausdrucksseite (Ausdrucks-Syntax). Sobald Bedeutungen ins Spiel kommen, müsste ein Analysekonzept für alle genügen. Auf dieser Basis wird dann auch der Sprachvergleich erleichtert, weil man sich nicht mit unterschiedlichster Grammatikterminologie herumschlagen muss.

Noch ist es ein wenig Luxus, aber es zeichnet sich bei manchen Modulen ab, dass das Thema Ordnung der Einzelbeiträge relevant werden könnte. Wenn zu einer Einzelsprache diverse Beiträge verstreut zwischen Beiträgen zu anderen Einzelsprachen stehen. Wie gesagt: noch ist das nicht tragisch. Außerdem kann man sich bequem einen Überblick anhand des Inhaltsverzeichnisses vor jedem Praxisteil verschaffen.

Wer allerdings einen Ordnungsimpuls in sich verspürt (um z.B. alle Beiträge zur Einzelsprache "Deutsch" in eine Reihe zu stellen), der kann tätig werden - solange er/sie nicht löscht... Das gilt auch für die Nachbesserung anderer Formatierdefekte, die man feststellt. Alles, was das tool besser benutzbar macht, ist willkommen.

Auch wenn man inhaltlich nicht einverstanden ist: Bitte verbessern oder eine kritische Anfrage an Ort und Stelle unterbringen, z.B. durch [Kritik: ...]! Irgendjemand wird darauf dann schon mal reagieren...

Nebenbei bemerkt: Im Praxisteil zu Modul 4.012 ist unser weiteres Werkzeug erwähnt, das wir der geneigten Weltöffentlichkeit anbieten: CoMOn = Corpus Matching Online. D.h. eine automatische Suche von Wortketten in einem Korpus - ausgehend von einem Suchtext, der mich speziell interessiert. Das Suchwerkzeug ist nicht nur mächtig, sondern bietet inzwischen allerlei interessante Korpora an - Blechtrommel von Grass, Altes Testament - hebräisch, griechisch, Neues Testament - griechisch, Koran - arabisch, deutsch, bald auch Mark Twain (Tom und Huck) usw. - Man kann damit spielen - ohne etwas kaputt zu machen und ohne die Sprache verstehen zu müssen... Und für die Sprachen, zu denen man auch einen inhaltlichen Zugang hat, ergeben sich interessante Funde.

Mit diesem Semester wird die Zeit meiner aktiven Uni-Existenz ablaufen. Ich gehe aber davon aus, dass die Werkzeuge, die wir anbieten, schon noch einige Zeit zur Verfügung stehen und gepflegt werden.

Mit freundlichem Gruß

Ihr

Harald Schweizer