NEWSLETTER 28 - 15.12.2014

Aus Alternativ-Grammatik
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Liebe Interessierte an der Alternativ-Grammatik,

ein weiterer kleiner Einblick in die Entwicklung des tools. Strukturell hat sich in letzter Zeit nicht viel verändert. Aber: es hielt an - und macht sogar Spaß - das, was man täglich liest, auch mit der Fragestellung anzuschauen, ob sich eine Textpassage für die A-G eigne - sei es, dass sich ein Sprachausrutscher ereignete, oder auch eine interessante, womöglich poetische Wendung geboten wurde. Auf dieser Ebene wächst die A-G beständig. Es gibt schon 'Zuträger' in dieser Hinsicht.

In unmittelbar nächster Zeit - so ist es absehbar - wird auch im Bereich "Satzzusammenhänge", im Anfangsbereich der "Pragmatik", ein weiteres Papier von J. Germann integriert werden. Der Vorschlag eines neuen Grammatikkonzepts wie der A-G 'verdoppelt' sozusagen die Aufgabenstellung: um gesprächsfähig zu bleiben, sollte man auch kennen, wie die Denkweise der traditionellen Grammatik angelegt ist/war. Um diesen Brückenschlag bemüht sich J. Germann (auch schon bei früherer Gelegenheit).

Die Arbeit mit Studierenden am vergangenen Wochenende - es ging nicht um Grammatik, sondern um "Ethik"-Ansätze für Vertreter naturwissenschaftlicher Fächer - warf unsere 'Grundsatzweichenstellung' auf. Bei der Bildung von Untergruppen erläuterte ich, dass "Ethik" in meinem Verständnis entscheidend mit "Sprache, Kommunikation" zu tun hat. Es braucht also die Fähigkeit, "grammatisch, sprachkritisch, kommunikationslogisch" zu denken. - In einer Untergruppe gab es dann die Reaktion: Da sei doch "Grammatik" nicht im Spiel!! Ich konnte der Teilnehmerin nur beipflichten: Es ist erwartbar, dass das "Grammatik"-Verständnis, das sie von der Schule mitbrachte, völlig anders orientiert ist. Anlass, auf einige Differenzpunkte hinzuweisen:

  • klare Trennung zwischen Ausdrucksebene und Bedeutungsebene
  • Bedeutungsebene zweigeteilt: wörtlich - gemeint
  • nicht enden beim "Satz", sondern weitergehen zu "Satzzusammenhängen", letztlich bis zum "Text"
  • sehen, dass jeder "Text" in eine Kommunikationsituation gehört, Bestandteil des Zueinanders mehrerer Menschen ist (woran dann u.a. auch Fragen der 'Ethik' andocken)

Ich grüße Sie herzlich

Harald Schweizer