NEWSLETTER 33 - 5.8.2016

Aus Alternativ-Grammatik
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Liebe Interessierte an der Alternativ-Grammatik,

nach einem halben Jahr ist ein weiterer Newsletter - so denke ich - sinnvoll und nicht überstürzt ... Mein Gedanke: man könnte mal den Anfang der "Beliebtesten Seiten" (in der Rubrik "Spezialseiten") durchgehen und die dort festgehaltenen Quantitäten ein wenig bewerten. Faktisch liegt darin ja eine Art "Volksabstimmung" vor: Sie als User machen sichtbar, was für Sie an der A-G besonders wichtig und interessant ist. Zunächst global: zählt man die Abrufzahlen aller Module zusammen, kommen wir auf 3,5 Mio. - aber das ist nur - wohl auch wörtlich - die "halbe" Wahrheit. Denn all die pdfs und weiteren links und Materialien sind dabei nicht mitgezählt. Man geht also nicht fehl, die verbürgten Abrufzahlen standardmäßig zu verdoppeln. - Nun aber im engerem Sinn zur Liste in "Beliebteste Seiten".

Ich nehme also - Stand heute - die ersten 20 Positionen dieser Liste und mache mir einige Gedanken.

5 Positionen betreffen Organisatorisches - darunter fallen "Hauptseite" "Alle Module", "Newsletter" (wird demnach also kräftig gelesen...), "Hilfe", "Presse". Bleiben somit 15, die uns im grammatischen Sinn stärker interessieren.

Unerwartet aus meiner Sicht: Ziff. "4.4 Präsuppositionen" führt mit 
weitem Abstand das Feld an, also das Modul das die "Rückseite" eines
Textes behandelt, das, was nicht gesagt wird, aber zum Verständnis 
nötig ist. = vom Ende der PRAGMATIK. Wenig später folgt der Verweis
auf 4.1133: Metafern im Dienst dessen, was man WISSEN kann. Das gehört 
zum weiteren Umkreis von Präsuppositionen.
  Noch eine Kuriosität: an zweiter Position "0.11 Textgeschichte", 
obwohl davon ausdrücklich gesagt ist, dass sie nicht behandelt 
werde ... - Aber ich denke, dass zumindest die Fragestellung recht 
anschaulich illustriert geboten wird. = KONSTITUIERUNG des Textes
  An dritter Position findet "4.12 Dialoge" Ihr bevorzugtes Interesse.
Das kann ich gut verstehen, denn ich vermute weiterhin, dass sie nicht
nur in meiner eigenen, lange zurückliegenden Schulzeit, sondern auch
- laut aus der Literatur gewonnenen Eindrücken - bis in die Gegenwart
weiterhin nicht Gegenstand einer grammatischen schulischen
Betrachtung sind = PRAGMATIK - An Position 19 der "Sprecherwechsel" -
dass man den grammatisch angehen kann, dürfte für die meisten
Neuheitscharakter haben. Erst recht neu auf Schulebene dürfte
Position 20 "phatisch" sein. Praktisches Beispiel, wie der 
Transfer 'Wissenschaft' -> 'Schulpraxis' eine Schnecke ist.
  Nah beieinander zwei Module zum "Übertragenen Sprachgebrauch":
4.1131, 4.113 - allgemeinere Hinführung und dann konkrete Analyse. = 
PRAGMATIK - Diese Fragestellung wird standardmäßig der Literatur-
wissenschaft zugeordnet; und wo kommt diese schulisch vor, außer 
gelegentlich bei der Behandlung von Literaturwerken?
Ein stringent-grammatischer Zugang dürfte weiterhin meist außer 
Reichweite liegen. - Sie bestätigen den Bedarf durch Ihr 
'Abstimmungsergebnis'.
  "Abstrakta" (4.13) zu erkennen und den zuvor gelernten
semantischen 'Hauptschubladen' zuzuordnen - also wieder
grammatisch-schlüssig - ist auch unüblich; daher von Ihrer Seite
her besonderes Interesse angemeldet. = PRAGMATIK
Die Sensibilität hilft bei vielen staatstragenden bis ideologisch
angehauchten Reden, das eigene kritische Bewusstsein in Gang zu
halten.
  "Existenzsätze" (4.0612) - grammatisch als Terminus bekannt, aber -
nach meiner Wahrnehmung - nicht schlüssig behandelt, nach meiner Sicht
auch nicht im wissenschaftlichen Feld. Wir beanspruchen mit unserer
Darlegung sehr wohl Eigenständigkeit.  = PRAGMATIK
  "Gott, Götter, religiöse Sprache" (4.1134) - einerseits kurios,
so in der Spitzengruppe platziert; andererseits vielleicht nicht
verwunderlich: in der hohen Zugriffszahl kann ein vorrangiges
existenzielles Interesse zum Ausdruck kommen, vielleicht bei
manchem verbunden mit dem diffusen Eindruck, in religiöser Stan-
dardsprechweise stimme manches nicht, folglich sollte man sie
durchleuchten können. Nebenbei, weil aktuell: auch Richard Wagner
liefert dazu einen Beitrag. Wenn Sie wollen, rufen Sie auf 
[1]:
Entweder in der Vollversion oder in Kurzversion 2 geben
Sie als Suchkriterium ein: Parsifal. Sie gelangen dann zu
einer Passage, die - poetisch verschlüsselt, mit übertragenem 
Sprachgebrauch - ebenfalls (heftige) Kritik an religiösen
Standards übt. = PRAGMATIK
   "Ausdrucksseite: Schrift - Aussprache" (4.01). Dieser Aspekt muss
anfangs bei jeder Einzelsprache thematisiert werden. Darin liegt
aber nicht nur ein 'notwendiges Übel'. Sondern man sollte respek- 
tieren, dass man sich auf eine methodisch vollkommen eigenständige 
Betrachtungsweise einlässt, mit eigenständigen Erkenntnismöglich- 
keiten. Die Trennung zur Bedeutungsebene muss strikt durchgehalten
werden.  = (Ausdrucks-)SYNTAX
  "Genus" ebenfalls unter den "Top 20" - kein Wunder angesichts der 
gesellschaftspolitischen Debatte der letzten Jahrzehnte. Für
die grammatische Lösung des Problems beanspruchen wir Origina- 
lität. Die haben wir nicht abgekupfert.
Unsere Sichtweise  scheint denn doch viele zu interessieren.

Ergo: Nachgefragt werden vorrangig Fragestellungen, die üblicherweise nicht zur Grammatik gezählt werden - weil die keine PRAGMATIK enthält.

Wenn Sie Korrekturen an meinen Einschätzungen anbringen können/wollen: Schreiben Sie mir! Antwort wird zugesagt! - All die Fragestellungen sollte man seriös und kritisch angehen - es dabei aber auch nicht übertreiben...: Tröstlich, dass in der Top-Liste (an Pos. 34) auch Ziff. 4.51 landet: Humor.

Mit freundlichem Gruß

Ihr

Harald Schweizer