NEWSLETTER 3 - 09.12.2008

Aus Alternativ-Grammatik
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Liebe InteressentInnen an der Alternativ-Grammatik,

Ein Newsletter ist angemessen im Gefolge des gestrigen Tages. Denn da wurde das letzte Modul mit .pdf-Text bestückt. Nachzügler waren die "Argumentationen". Ich bin froh, dass es im Inhaltsverzeichnis keine roten Zeilen mehr gibt - als Anzeichen für noch nicht angelegte Seiten. Andererseits ist klar, dass die Bearbeitung der Theorie-Texte weitergehen muss. Und wenn es so ist, dass praktische Schulerfahrungen meiner Söhne illustrierend eingebracht werden... (So an zwei Stellen geschehen - natürlich anonymisiert).

Spannt man all die Modultexte zusammen, ergeben sich ca. 300 Seiten Text. Das ist nicht wenig. Dennoch spüre ich auch Spannungen: Von der wissenschaftlichen Ebene her fallen mir die Beschränkungen auf. Gerade in der Pragmatik wäre noch einiges mehr möglich. - Aber gegenwärtig soll es gut sein. Mit Geduld, aber auch Interesse warte ich auf Signale, ob eine solche Konzeption anspricht "draußen im Land". An theoretischer Klarheit - so wage ich zu behaupten - dürfte es ihr nicht fehlen. Jedenfalls begegnen mir nahezu täglich Beispiele, die zeigen, wie nötig eine Grammatikrevision ist. Oder auch Beispiele dafür, dass z.B. Literaturunterricht nicht zum genauen Lesen anhält, sondern so etwas wie Lebenskunde und Ethikunterricht ist: Anlässlich eines Literaturwerks werden Konfliktsituationen und Charaktere rekonstruiert, aber ohne dass auf die Art der Sprache der Beteiligten geachtet wird.

Mir fiel auch bei Sprachdidaktikern auf - neu in Modul 0.09 festgehalten - wie stark der Ruf nach einem "integrierten Unterricht" ist (Linguistik + Literaturwissenschaft). Dieser Ruf ist verbunden mit der Defizitfeststellung, dass derartiges an Unis flächendeckend fast nie angeboten wird. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass die Sprachdidaktiker zwar sehr bemüht sind, dem Thema "Grammatik" neue Impulse zu geben, dass sie insgesamt aber ziemlich ratlos und uneins sind in ihren Vorschlägen. Nur selten blitzt die Idee durch, die Probleme könnten mit den traditionellen Grammatikthemen/darstellungen/definitionen zu tun haben.

Die Studierenden produzieren weiter Beiträge. Zwei pro Woche kommen hinzu. Das Vorstellen der jeweiligen Thematik (pdf-Text) in der Übungsgruppe, die Diskussion - so mein Eindruck - schärfen das Sprachbewusstsein. Es ist zudem schön, dass Vertreter unterschiedlichster Sprachen mitmachen. Also können wir Brücken schlagen von Wolof (Senegal) über Türkisch und Persisch zu Französisch und Deutsch. Ein bisschen etwas hat sich auch schon in den Beiträgen niedergeschlagen. Und es bewährt sich: Bedeutungsanalyse als *ein* Konzept kann auf diese unterschiedlichen Sprachen angewendet werden. Heute sprachen wir von "Parenthese" - nun ja, dieses Phänomen ist überall möglich.

So weit mein Beitrag für heute. Ich wünsche Ihnen einen schönes Jahresausklang. H. Schweizer