NEWSLETTER 4 - 05.2.2009

Aus Alternativ-Grammatik
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Liebe InteressentInnen an der Alternativ-Grammatik

bei uns an der Uni geht das Wintersemester zu Ende. Das nehme ich zum Anlass, einige Gedanken aufzuschreiben. Zwar ist die Zahl derer, die den NEWSLETTER direkt bekommen, nicht sehr hoch. Aber die Statistik zeigt, dass Besucher der Webseite auffallend häufig eben auch diese Rubrik anschauen.

Daher nütze ich die Gelegenheit Interessenten einzuladen den Newsletter zu abonnieren. Man muss es separat tun. Nur die Anmeldung für die Alternativ-Grammatik reicht nicht. - Aber auch wer es nicht macht, kann in den erschienenen Newslettern blättern.

Das Semesterende erlaubt, die Erfahrungen mit unserer Übungsgruppe Revue passieren zu lassen. Wir haben es durchgehalten: pro Woche haben 2 Minigruppen von je 2 Studierenden (Nicht-Philologen) Beiträge zu Modulen (im Bereich "Semantik") geschrieben. An Einzelsprachen sind schon recht unterschiedliche vertreten. Türkisch, Deutsch, Englisch, Wolof u.ä. So hatte ich mir das vorgestellt und ich hoffe, dass dieser "Samen" noch viel heftiger treibt.

In den Übungsstunden hatte die jeweilige Untergruppe ihre Recherchen vorzustellen und der Diskussion auszusetzen. Mein Eindruck: die Studierenden, nachdem sie sich an diese Art Aufgabenstellung gewöhnt hatten, machten das gerne. Und der kontrastive Vergleich zwischen Einzelsprachen schärfte das Bewusstsein sowohl für den gemeinsamen semantischen Hintergrund wie auch für die Besonderheiten der Einzelsprache (wenn es in Wolof z.B. überhaupt kein Genus gibt). Da mehrere Teilnehmer Migrationshintergrund hatten - so schien mir -, hat diese Reflexion ihnen geholfen, sprachlich noch genauer hier in Deutschland anzukommen. Es machte Spaß mit geklärter Begrifflichkeit im Hinterkopf (.pdf-Texte) Nuancen einzelner Aussageweisen zu entdecken. - In den nächsten Semestern werden wir sicher daran weiterarbeiten.

Es ist klar, dass solche Erläuterungen zu Einzelsprachen kein Dogma darstellen. Man kann sie korrigieren, in Frage stellen, erweitern usw. - Dazu ist die wiki-Philosophie ja da.

Zum Jahresende kamen von meiner Seite doch noch einige Module hinzu. z. B. zu "Ijob". Immer wieder fallen mir anschauliche Erläuterungen zu einzelnen Fragestellungen ein, gestern erst, dass das Thema "2.Aktant = Objekt" mit "Schöpfungsberichten" verbindet. Oder - früher schon - dass der "3.Aktant" in die hohe Politik führt (nämlich zur Balfour-Deklaration).

Derartiges bestätigt die These, dass "Grammatik" spannend und lebensrelevant sein kann. Die Zahl der Module ist für absehbare Zeit umfangreich genug. Aber wo immer solche anschaulichen Illustrationen möglich sind, werde ich sie weiter integrieren. Ich glaube, dass wir in dieser Hinsicht auch jetzt schon nicht schlecht sind...

Die Statistik zeigt, dass - von den organisatorischen Seiten abgesehen - bis jetzt besonders beliebt sind: "Koordination / Reihung", "Determination", "Genus". V. a. letzteres ist zuverlässiger Anstoß für Debatten. Für mich war der letzte Parteitag der Grünen auch ein Anstoß, in diesem Modul noch eine Illustration nachzuschieben. So sehr ich vieles in dieser Partei unterstütze - der Vorschlag zum Umgang mit "Genus" war denn doch Schrott.

So weit für heute. Ihnen einen herzlichen Gruß


Ihr

Harald Schweizer